Die Medienberichte der vergangenen Tage über den NS-Verbrecher Josef
Vallaster haben hohe Wellen geschlagen. Der 1910 in der Gemeinde
Silbertal geborene Vallaster war in Hartheim und in Sobibor an der
Ermordung von tausenden Menschen beteiligt, die dem Euthanasie-Programm
und dem Holocaust zum Opfer fielen.
In einer Anfrage wollen die Grünen von Landeshauptmann Sausgruber
unter anderem wissen, wie dieser zur diskutierten Entfernung des Namens
von Josef Vallaster auf dem Kriegerdenkmal steht und wie er der ersten
Äußerungen des Silbertaler Bürgermeisters Willi Säly kommentiert.
"Die Taten des NS-Verbrechers Vallaster wurden weder totgeschwiegen,
noch verdrängt", sagte Säly am Montag. "Wir haben bis zu den ersten
Berichten in den Medien vor ein paar Tagen ganz einfach nichts gewusst
und wollten die Machenschaften von Vallaster weder verharmlosen, noch
zurückdrängen oder verheimlichen. Im Gegenteil", so Säly weiter.
Vielmehr sei die Verantwortlichen in der Gemeinde sowie die Bewohner
des Silbertals von der Nazi-Vergangenheit von Josef Vallaster
überrascht worden.
Tatsache sei, dass die Verantwortlichen der Gemeinde Silbertal bis
zum Bekanntwerden der NS-Verbrechen durch Josef Vallaster keine Ahnung
davon hatten. "Wir nehmen die Sache aber sehr ernst", sagt Säly weiter.
Die Gemeindevertretungssitzung wird sich am Montagabend jedenfalls mit
der Causa Vallaster ausführlich befassen.
Als nächster Schritt wird im Rahmen einer Arbeitsgruppe - bestehend
aus Bürgern, Politikern und Historikern - die Nazi-Vergangenheit von
Vallaster im Silbertal aufgearbeitet.