Vorarlberger Nachrichten
Im Leserbrief vom 19. Juni wirft Walter Fitz / Lustenau ganz
scheinheilig die Frage auf, ob im KZ-Vernichtungslager Sobibor Menschen
getötet und vergast wurden - oder nicht. Als "Beweis" führt Fitz den
Wiener Rechtsanwalt Dr. Schaller an. Dieser Dr. Schaller, der von Fitz
als beweiskräftiger Polit-Anwalt angeführt wird, hat in Teheran
tatsächlich eine Rede gehalten, in welcher die Tötung und Vergasung von
Menschen in Nazi-Vernichtungslagern in Abrede gestellt wird.
Wegen dieser öffentlichen Rede, die in Österreich als Druckschrift
verbreitet wurde, läuft zur Zeit eine Anzeige wegen Wiederbetätigung
bei der Staatsanwaltschaft Wien (Dokumentationsarchiv des
Österreichischen Widerstandes/Wien). Dr. Schaller ist auch als
Verteidiger von Alt- und Neonazis bekannt. Es wundert nicht, dass
solche Neonazis von Herrn Fitz als Beweispersonen herangezogen werden.
Ist doch Herr Fitz nach eigenen Angaben noch im Jahre 1977 zu einem
Besuch des wegen Kriegsverbrechen in Nürnberg verurteilten Karl Dönitz
nach Hamburg gefahren, um diesem zu huldigen.
Horst Taitl,
Dornbirn, Gründungsmitglied des Jüdischen Museums Hohenems