Benutzerspezifische Werkzeuge
Startseite / Publikationen / Andere Verlage / Neuere & ältere Titel / Markus Barnay: Vorarlberg - Vom Ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart

Markus Barnay: Vorarlberg - Vom Ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart

Innsbruck: Haymon Verlag 2011, 176 Seiten, Taschenbuch (Paperback), ISBN 978-3-85218-861-4, € 9,95


Barnay-Cover-Vorarlberg

 
Die Zeitgeschichte Vorarlbergs –

kompakt und anschaulich dargestellt. Markus Barnay hat die wichtigsten Ereignisse im westlichsten Bundesland vom Ersten Weltkrieg bis in die Gegenwart durchleuchtet.

Ist das „Ländle“ wirklich anders als die anderen? Sind die Vorarlberger eigentlich verkappte Schweizer oder etwa Österreicher mit europäischen Wurzeln? Warum leben hier mehr Zuwanderer als in anderen Bundesländern? Der Autor schildert die wichtigsten Entwicklungen, von der Grü̈ndung des eigenständigen Landes Vorarlberg bis hin zum einstimmigen Landtagsbeschluss für eine Energieautonomie als langfristiges Ziel – kritisch, präzise, leicht lesbar und pointiert.


---> Rezension von Meinrad Pichler in "Vorarlberger Nachrichten", 1./2. Okt. 2011

---> Präsentation am 4. Oktober 2011 im ORF-Studio Dornbirn

---> ORF-Fernsehfilm ("Vorarlberg heute", 6. Okt. 2011)  zur Präsentation

 

Inhalt


Ein „Musterländle“ mit Schönheitsfehlern   7

I. 1918–1933: Die Neuordnung der Macht

1. Die Gründung des Landes Vorarlberg   13
2. Der Kampf um den „Kanton Übrig“   21
3. Dezentralisierte Macht   26
4. Machtlose Sozialdemokraten   28
5. Der Kampf um den 1. Mai   31
6. Die Kraft des Wassers zum Nutzen des Landes   34
7. Vom Bergbauerndorf zum Luxusressort   39

II. 1933–1945: Vom „Ständestaat“ zur NS-Herrschaft

1. Die Ohnmacht des Bundeskanzlers   42
2. Das Ende der Demokratie   48
3. Von Tätern, Opfern und Mitläufern   52
4. Hohenems wird „judenfrei“   59
5. „Here is Austria!“   65

III. 1945–1968: Der beschwerliche Weg zur Demokratie

1. Nazis, Wendehälse und andere „Demokraten“   70
2. Die gescheiterte „Entsorgung“ der Vergangenheit   75
3. Den Herrgott im Nacken, den Altnazi im Vorzimmer   80
4. Zensur und Verbote für „Ethik, Sitte und Moral“   84
5. Die Lawinenkatastrophe vereint   88
6. Die Profiteure wollen ihre Beute behalten   90
7. Erfolgsgeschichten und Startvorteile   92
8. Frauen im Landtag und ein neuer Landeshauptmann   97
9. Der Föderalismus erobert die Straße   99

IV. 1968–1995: Die konservative Moderne

1. Der kurze Sommer der Sozialdemokratie   104
2. „Flint“ lebt   107
3. Der Kampf um die Meinungsvielfalt   112
4. Von den „Randspielen“ ins Zentrum der Gesellschaft?   116
5. Umweltbewegung und Bürgerengagement   119
6. Vom Kuhstall in den Landtag   121
7. Der Niedergang der Textilindustrie   125
8. Die Macht der Kirche bröckelt   128
9. Die Wiederentdeckung der Geschichte   131

V. 1995–2011: Das globalisierte Ländle

1. Erfolgreicher Strukturwandel   134
2. Bildungs- und Integrationsprobleme   139
3. Europa, Österreich oder doch nur Vorarlberg?   142
4. Hegemonie ohne Ideologie?   145
5. Religion als Privatsache?   149
6. Herausforderungen für die Zukunft   151

Nachwort   156
Vorarlberg 1918–2011: Eine kurze Chronologie   160
Quellen   162
Weiterführende Literatur   163
Personen- und Ortsverzeichnis   169

 

Leseprobe

Mitten im so genannten „Ried“ zwischen Lauterach, Wolfurt, Dornbirn und Lustenau stehen zwei markante Wegmarken: eine der letzten bedeckten Holzbrücken des Landes, die hier die Dornbirner Ach überquert, und die ORF-Sendeanlage Lauterach, von der aus die UKW-Hörfunkprogramme verbreitet werden. Ganz in der Nähe spielte sich im Oktober 1986 Eigentümliches ab: Ein Dienstauto der Vorarlberger Landesregierung war vorgefahren, und der von einem Chauffeur begleitete Passagier stieg aus, um eine in seinen Augen skandalöse Szene zu begutachten. Denn in der Nacht hatten Unbekannte die Trasse einer geplanten Schnellstrasse durch das Ried mit Holzkreuzen markiert, die – nicht ganz zufällig – den Grabkreuzen auf Friedhöfen glichen. Als der Mann dies sah, herrschte er die nahestehenden Mitarbeiter der Strassenbauabteilung des Landes an, sie sollten den Skandal sofort beenden und die Kreuze entfernen. Die Reaktion des Bauarbeiters ist legendär und wurde in den damals aufkommenden politischen Kabaretts noch jahrelang wiederholt: „Wer sind Sie überhaupt?“ Antwort: „I bin der Landesrat Vetter!“


Detaillierte Quellennachweise und weitere Anmerkungen zum Text befinden sich auf www.malingesellschaft.at/barnay.