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Geschichte 19./20. Jh.

Kurt Greussing (1996): Machtkampf und Weltanschauungsstreit nach 1867. Die politischen Lager Vorarlbergs und die Juden

1867 erfolgte in Österreich die Weichenstellung zu einem modernen demokratischen und säkularen Staatswesen. In den drei großen politischen Lagern - Katholisch-Konservative, Liberale und Sozialdemokraten - war der Umgang mit den nun gleichberechtigten Juden der Prüfstein für das Verständnis von religiöser Toleranz und Gleichberechtigung - also den heute vielzitierten "abendländischen Werten".

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Werner Bundschuh (1995): Anmerkungen zum Lebenslauf von Anton Linder (1880 bis 1958)

Anton Linder war in der Ersten Republik in Vorarlberg einer der führenden Köpfe der SDAP. Im Bürgerkriegsjahr 1934 flüchtete er in die Schweiz und erhielt dort politisches Asyl. Er kehrte erst 1945 nach Vorarlberg zurück und wurde hier der erste Arbeiterkammerpräsident in der 2. Republik.

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Leo Haffner (1993): Fundamentalismus aus Vorarlberg. Der Kreuzzug der Konservativen für die Kirche und seine Auswirkungen auf die demokratische Kultur

Von 1860 bis 1890 führten die fundamentalistischen Kräfte des katholischen Lagers in Vorarlberg einen letztlich siegreichen Kampf gegen Demokraten und Liberale, aber auch gegen weniger radikale Vertreter des eigenen Lagers. Es ging den katholischen Fundamentalisten um die Verteidigung der Einheit von Religion und Staat - und damit im Grunde um nichts weniger als um einen Kirchenstaat Vorarlberg.

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Werner Bundschuh (1992): Die Wiener Septemberunruhen - der "blutige Sonntag" von 1911 im Spiegel der Vorarlberger Presse

Zum ersten Mal seit den revolutionären Unruhen in den Jahren 1848/49 eröffnete das Militär am 17.9.1911 in Wien das Feuer auf demonstrierende Arbeiter und Arbeiterinnen. Es gab zahlreiche Tote und Verwundete. 283 Demonstranten wurden in den folgenden Prozessen abgeurteilt. Hunger und Not hatten die Arbeiter und Arbeiterinnen auf die Straße getrieben. Der "Blutsonntag" führte auch im Vorarlberger Landtag zu heftigen Debatten und zu einer sehr unterschiedlichen Bewertung in den weltanschaulich gebundenen Zeitungen.

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Markus Barnay (1989): "Echte Vorarlberger" und "fremde Bettler". Bildung von Landesbewußtsein und Ausgrenzung von Zuwanderern in Vorarlberg im 19. und 20. Jahrhundert

Industrialisierung und Zuwanderung sind siamesische Zwillinge: Das eine ist ohne das andere nicht zu haben. Gleichzeitig wurden von den alteingesessenen politischen Eliten immer auch Strategien zur Ausgrenzung dieser Zuwanderer entwickelt. Doch "Fremdsein" ist nichts Natürliches. Fremde und Einheimische haben eines gemeinsam: Sie werden nicht vorgefunden, sondern erfunden.

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Harald Walser (1989): "Lieber mit Hindernissen Jahre kämpfen und dann..." - Reformansätze im Bregenzerwald zur Zeit Franz Michael Felders (1839-1869)

Die Abgeschiedenheit der Täler und die Macht des Überlieferten haben reformerisches Handeln in bäuerlichen Gegenden nicht verhindert. Im Gegenteil: Die soziale und wirtschaftliche Krise des Bauerntums wurde durchaus wahrgenommen, und es entstanden in Theorie und Praxis Gegenstrategien: aufklärerisches Denken, Genossenschaftsgründungen, politische Bewegung. Das war ein Prozess, der ganze Dörfer an den Rand der Spaltung bringen konnte - wie die Berggemeinde Schoppernau im Bregenzerwald, den Heimatort des Bauern, Dichters und Sozialreformers Franz Michael Felder.

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Kurt Greussing (1988): Die Bestimmung des Fremden - Hundert Jahre "Gastarbeit" in Vorarlberg

Seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts ist Vorarlberg ein klassisches Einwanderungsland geworden. Die verschiedenen Zuwanderungswellen bedeuteten zum einen stets eine recht passgenaue Zurichtung der Bevölkerungsstruktur auf die Erfordernisse der industriellen Produktion. Zum andern beförderten sie immer auch kulturelle und politische Auseinandersetzungen: um die Bestimmung von "Fremd" und "Einheimisch", um Differenz und Identität, um Ausschließung und Zugehörigkeit.

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Leo Haffner (1987): "Der Liberalismus bringt keinen Segen". Martin Thurnher - ein Leben für den Konservativismus

Die Formierung des konservativen Lagers und des politischen Katholizismus in Vorarlberg - eine Analyse anhand der Lebenserinnerungen Martin Thurnhers, eines der Protagonisten dieser Entwicklung, die Vorarlberg bis heute geprägt hat.

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Reinhard Mittersteiner (1987): Die Genossen Handwerker. Zur Geschichte der Dornbirner Sozialdemokratie in der Monarchie

Zwei - lange Zeit populäre - Annahmen zur Sozialgeschichte Vorarlbergs halten einer Prüfung anhand des historischen Materials nicht stand: dass die Vorarlberger Sozialdemokratie eine Bewegung des Fabriksproletariats gewesen sei; und dass die italienischen Arbeitszuwanderer besonders revolutionär und besonders sozialdemokratisch gewesen seien. Ein Bericht über kurze Gipfelstürme und lange Mühen der Ebene.

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Markus Barnay (1984): Im Prinzip: Hoffnung. Arbeiterbewegung in Vorarlberg 1870-1946. Begleittexte zur Ausstellung in Bregenz 1984

Diese Ausstellung - in der inzwischen abgebrochenen Bregenzer Remise - bedeutete den Beginn einer kritischen Befassung mit der Vorarlberger Arbeiterbewegung (auch der christlichen). Unter der wissenschaftlichen Leitung von Kurt Greussing und der gestalterischen von Reinhard Mittersteiner wurde umfangreiches, bis dahin vielfach nicht erschlossenes Text- und Bildmaterial zusammengetragen. Zur Ausstellung erschien der gleichnamige Sammelband.

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Leo Haffner (1982): Die Aufklärung und die Konservativen. Ein Beitrag zur Geschichte der katholisch-konservativen Partei in Vorarlberg

Der Aufsatz wurde zu einem Standardtext über die Konflikte zwischen dem liberalen und dem konservativen Lager im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts und über die Auswirkungen, die der Sieg des politischen Katholizismus in Vorarlberg bis weit in die 1970er Jahre hatte.

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