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07.05.2026 – 9. Vorarlberger Zeitgeschichtetag

Die Veranstaltung zum österreichischen Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus findet auch 2026 wieder in Bludenz statt.

Programm:

Begrüßung: Stefan Stachniß

Kurzvortrag: Erinnern an NS-Opfer in der Region Bludenz verorten: Victoria Kumar

Buchpräsentation: „Mich kriegt ihr nicht!“: Niko Hofinger und Dominik Markl

Niko Hofinger und Dominik Markl im Gespräch mit Jeffrey Wisnicki

 

 

Erinnern an NS-Opfer in der Region Bludenz verorten

In Bludenz erinnern drei sogenannte „Grenzsteine“ an Menschen, die von den Nationalsozialist:innen verfolgt wurden und über Vorarlberg in die Schweiz flüchten konnten oder die NS-Zeit und den Krieg unter falscher Identität in Bludenz überlebt hatten. Einer dieser Grenzsteine – errichtet 2022 im Rahmen des Projektes „Über die Grenze“ (Jüdisches Museum Hohenems) – würdigt und erzählt die Geschichte von Józef Wiśnicki.
Die Anzahl der Gedenkzeichen an die Opfer des Nationalsozialismus und die Orte des NS-Terrors ist in den letzten Jahren auch in Vorarlberg deutlich gestiegen, wenn auch in der Erinnerungslandschaft einige Verfolgtengruppen immer noch fehlen bzw. deutlich unterrepräsentiert sind. Auch auf diese Leerstellen macht „DERLA – Digitale Erinnerungslandschaft Österreich“ aufmerksam: Seit 2021 werden sämtliche Erinnerungsorte und -zeichen auf der Website www.erinnerungslandschaft.at dokumentiert.
Der Kurzvortrag stellt DERLA Vorarlberg sowie einige Gedenkorte in der Region Bludenz vor und benennt Lücken in der Erinnerungslandschaft.

Buchpräsentation: „Mich kriegt ihr nicht!“

Józef Wiśnicki wurde 1916 in Częstochowa (Tschenstochau) als Jude geboren. Als im September 1939 das Deutsche Reich und die UDSSR Polen überfielen, verteidigte er sein Land zunächst als Soldat. Als Überlebenskünstler entkam er den NS-Verfolgern immer wieder. Er sprang aus dem ins Todeslager Treblinka fahrenden Zug. Im April 1943 kam er mit gefälschten Papieren, als polnischer Christ getarnt, nach Vorarlberg. Er arbeitete bei der Gärtnerei Schaub (heute Schallert) wo er auch mit Vorarlberger Gegnern des Nationalsozialismus bekannt wurde. Die Gestapo hatte ihn im Visier. Er wurde mehrfach verhaftet und zuletzt ins KZ Reichenau überstellt, aus dem er im Mai 1945 befreit wurde. Ein gutes Jahr später heiratete er in Innsbruck Leokadia Justman. Ihre Überlebensgeschichte ist 2025 unter dem Titel „Brechen wir aus!“ erschienen. Nun wurde auch Józef Wisnickis ganz anders geschriebener ‚Kampf ums Überleben‘ übersetzt und mit vielen neuen Quellen zu den darin genannten Personen und Ereignissen ergänzt.

Bei der Buchpräsentation, zu der auch sein Sohn Jeffrey Wisnicki kommt, geben die Herausgeber Dominik Markl und Niko Hofinger Einblicke in Josephs außergewöhnliche Überlebensgeschichte.

 

Veranstalter: Geschichtsverein Region Bludenz und Stadtlabor Bludenz

Kooperationspartner: Stadt Bludenz, Bundesgymnasium Bludenz, Montafoner Museen, Museumsverein Klostertal, Johann-August-Malin-Gesellschaft, ERINNERN:AT, Jüdisches Museum Hohenems, vorarlberg museum und die Universität Innsbruck