Werner Bundschuh (2026): Erinnerung an Dr. Hans Elkan (1900–1944) – ein Vorarlberger Intellektueller
Dieser Artikel ist anlässlich des „Alumni-Festes“ des Bundesgymnasiums Dornbirn (BGD) am 30. Mai 2026 in der Festschrift des Bundesgymnasiums Dornbirn (Hg.): Was bleibt. Prägende Erlebnisse und Erinnerungen aus der Schulzeit. Dornbirn 2026, S. 156–159, erschienen. Leicht verändert und mit Quellennachweisen versehen.
Das BGD soll in Elkan-Schule umbenannt werden
Im Jahre 2002 unterbreitete ich der Direktion anlässlich des 125-Jahr-Jubiläums der Schule den Vorschlag, das BGD mit dem Zusatz „Hans-Elkan-Gymnasium“ zu versehen. Es folgte eine hitzige interne Debatte.[1]
Die Widerstände waren zu groß, die Umbenennung erfolgte nicht, aber ein von Kollegen Mag. Luger (Kunsterziehung) und mir initiiertes Schülerprojekt hatte Erfolg: Am 16. Juni 2005 überreichte uns die damalige Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Elisabeth Gehrer, im Ministerium dafür im Rahmen des Wettbewerbs „Kulturelles Erbe. Tradition mit Zukunft" einen Hauptpreis.[2]
Die Schüler und Schülerinnen der 7.b Klasse hatten sich im Schuljahr 2003/2004 mit der Frage beschäftigt, wie ein zeitgemäßes Mal der Erinnerung an den ehemaligen Lehrer Elkan, der in Theresienstadt am 23. Juli 1944 von den Nationalsozialisten zu Tode gebracht wurde, in der Gegenwart gestaltet werden müsste. Schließlich wurde ein Installationsentwurf im Schulgebäude realisiert. In Rahmen einer „Dr. Hans Elkan-Erinnerungswoche" fand ein pädagogisches Schwerpunktprogramm mit Vorträgen, Lesungen und Filmen statt. Ziel war es, diese Woche an der Schule jährlich durchzuführen.[3]
Im Schuljahr 2004/2005 wurde dazu auch das Comenius-Projekt „Spurensuche: NS-Verfolgung und Widerstand 1943 - 1945 in Vorarlberg, Deutschland und Italien“ realisiert.[4]
Wer war Dr. Hans Elkan?
Dr. Hans Elkan war der Sohn des letzten Kultusvorstehers der jüdischen Gemeinde in Hohenems.[5] Jahrzehnte lang war die Erinnerung an ihn an unserer Schule verschüttet: Nach 1945 kommt er in den Jahresberichten nicht mehr vor. Der Haupteinwand der Gegner eines Namenszusatzes war die nur kurzfristige Tätigkeit des hoch gebildeten Geschichts-, Philosophie- und Geographielehrers an der Schule. Er war im Schuljahr 1935/36 hier „Probelehrer".[6] Im folgenden Schuljahr wurde er vom Landesschulrat nicht mehr weiter beschäftigt. Diese Außerdienststellung ist allerdings nicht losgelöst von der antisemitischen Grundhaltung der austrofaschistischen Schulbehörde zu sehen.
In einem Vortrag im Festsaal skizzierte ich damals die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, unter denen der jüdische Lehrer litt.[7] Besonders meine Ausführungen über den christlich-sozialen Antisemitismus erregten Widerspruch, denn ein führender Repräsentant der Christlichsozialen, der kurzzeitige Unterrichtsminister Dr. Emil Schneider (1922), war bis 1938 auch Direktor am BGD gewesen.[8]
Hans Elkan kam am 22. März 1900 als Sohn von Theodor Elkan (1864 in Wien geboren) zur Welt. Seine Mutter Betti (geb. Menz) verstarb zwei Monate nach seiner Geburt. Er besuchte von 1906 bis 1911 die jüdische Volksschule in Hohenems. Die Reifeprüfung legte er mit Auszeichnung am Gymnasium in Bregenz ab.[9]
An den Universitäten in Freiburg, Marburg und Tübingen studierte er die Fächer Philosophie, Musikwissenschaft und mittelalterliche Geschichte. Seine Lehrer waren unter anderen der weltberühmte Philosoph Edmund Husserl (der aus einer jüdischen Familie stammte), Martin Heidegger, Martin Honecker (Inhaber des Lehrstuhls für christliche Philosophie) und Willibald Gurlitt (Musikwissenschaften). 1927 promovierte er in Freiburg bei Edmund Husserl „cum laude" mit dem Thema „Zur Problemgeschichte der platonischen Dialektik"[10] zum Doktor der Philosophie. Die Arbeit zeugt unter anderem von Elkans gründlichen Kenntnissen des Alt-Griechischen. Nach einem Wien-Aufenthalt kehrte er zu Beginn der Dreißigerjahre zurück nach Hohenems in sein Elternhaus in der Steinachgasse 1 (heute Schweizerstraße 35). [11]
Der Probelehrer Elkan triff auf Alltagantisemitismus und unterrichtet gratis
Der promovierte Philosoph Dr. Elkan wollte Lehrer werden. Er inskribierte 1929 an der Universität Innsbruck und legte dort am 4. Juli 1931 die Lehramtsprüfung für Philosophie und Geschichte ab, ab 26. Jänner 1934 folgte die Lehrbefähigung für Geographie. Alle Prüfungen bestand er mit „Sehr gut". Im Schuljahr 1931/32 absolvierte er ein Probejahr am Bundes- und Realgymnasium Innsbruck. Im Zeugnis steht: „außerordentliche Lehrfreudigkeit", „für seinen Beruf hohen Eifer", „besonders bescheidenes und ruhiges Wesen". 1933 legte er das Probejahr für Geographie am Bundesgymnasium Feldkirch ab.[12] Auch dieses Probejahrzeugnis weist vorzügliche Beurteilungen auf: „Lehrfreudigkeit", „liebenswürdiger Verkehr mit den Schülern", „vorzügliche Schulzucht", „gewissenhafte Vorbereitung für den Unterricht", „ruhiges, bescheidenes Wesen", „korrektes Verhalten". Insgesamt: „Sehr gut".[13]
Eigentlich müsste man meinen, dass der Landesschulrat um so einen Lehrer froh gewesen wäre. Doch dem Juden Dr. Hans Elkan verweigerte man eine definitive Anstellung. Daraufhin hospitierte er ohne Bezüge ein weiteres Jahr in Feldkirch. Mit ministerieller Genehmigung wechselte er im Schuljahr 1935/36 an die Realschule Dornbirn. Allerdings erhielt er auch hier keine Anstellung. Ihm wurde mitgeteilt, „daß ihm aus dieser Bewilligung keinerlei Ansprüche dienst- oder besoldungsrechtlicher Art erwachsen" würden. Im darauffolgenden Jahr konnte der „Anwärter auf eine Anstellung" ebenfalls nur eine gleich lautende Bewilligung erwirken, er blieb ein „Gastlehrer ohne Bezahlung"![14]
Gegenüber seinen Lehrauftritten in Innsbruck hatte sich das Klima in der Schule für den exzellenten Fachmann jedoch verändert. Ein Teil der Schülerschaft wollte sich offensichtlich von einem Juden nicht unterrichten lassen, so dass er nunmehr Schwierigkeiten mit der Aufrechterhaltung der Disziplin hatte. Die Realschule war ein amtsbekannter Hort des aufkommenden Nationalsozialismus, der auch vor den Schülern nicht Halt machte.[15]
Als feinfühliger und sehr gebildeter Junglehrer sah sich Elkan einem immer radikaleren deutschnationalen und antisemitischen Umfeld ausgesetzt. Es ist also dieses vergiftete politische Klima mit in Rechnung zu stellen, wenn über seine Lehrertätigkeit an der Realschule geurteilt wird. Der christliche und der rassistische Antisemitismus hatten das Unterrichten für einen Juden längst auch an dieser Schule schwierig gemacht.
Im „braunen Nest" Dornbirn beließen es die „NS-Illegalen" längst nicht mehr bei verbalen Attacken: Nationalsozialistische Böller-Attentate gehörten ab Herbst 1933 zum Alltag. Auch die Familie Elkan blieb in Hohenems nicht verschont: Am 23. Jänner 1934 brachten Illegale Nationalsozialisten im Hausgarten zwei Böller zur Explosion.[16]
Durch seinen Freund Erich Gschwend wissen wir über die persönlichen Vorlieben des Junglehrers Elkan Bescheid. Ein Fluchtpunkt war für ihn der häusliche Garten. Meistens traf man ihn mit „Gärtnerschürze, Schubkarren und schweren Gartenschuhen" an.[17] In der Lektüreauswahl standen Wilhelm von Humboldt, Hölderlin, Mörike und Kierkegaard obenan. Aber ganz besonders intensiv befasste sich Elkan mit Friedrich Schiller. Unverdrossen arbeitete er an einem Aufsatz zum 175. Geburtstag dieses Klassikers. Auch als Historiker schuf er ein bleibendes Werk: Seine Kartensammlung zur Geschichte Vorarlbergs ist bis heute einzigartig. Dieses Vermächtnis des „Realschullehrers ohne Bezahlung" wird im Vorarlberger Landesarchiv aufbewahrt.[18]
In der kleinen Hohenemser Kultusgemeinde nahmen Theodor Elkan und sein Sohn Hans wichtige Funktionen ein. Dies mag mit ein Grund gewesen sein, warum sie sich 1938 nicht zur Flucht aus dem „Reichsgebiet" entschließen konnte. Im November 1939 trat Theodor Elkan in Verbindung mit der Israelitischen Kultusgemeinde St. Gallen, um fünfzehn Thorarollen in Sicherheit zu bringen. Sie sind bis heute verschollen. Ende Mai 1940 mussten das Ehepaar Helene und Theodor Elkan sowie Hans Elkan Hohenems in Richtung Wien verlassen.[19]
Zwangsumsiedlung nach Wien und Ermordung im Ghetto/KZ Terezin ( Theresienstadt)
Im ehemaligem Elkan- Wohnhaus, das von Gerhard Lacha und seiner Frau 1996 und in den Folgejahren in vorbildlicher Weise restauriert wurde, befindet sich heute eine Erinnerungstafel. Zunächst war sie außen angebracht, jetzt im Inneren, weil sie von Vandalen beschädigt wurde.
In Wien wurden die Elkans in der Czerningasse 4 (2. Bezirk) untergebracht. Ein befreundeter Hohenemser, der es wagte, die Familie dort aufzusuchen, berichtete später, dass sie mit 15 bis 20 anderen Jüdinnen und Juden in einem einzigen Raum gewohnt habe. Hans Elkan fand zunächst als „Hilfsarbeiter in einer Gärtnerei" Beschäftigung. Ab Oktober 1940 nahm er an einem Umschulungskurs zum Schlosser teil. Die Elkans hofften offenbar im Frühjahr 1941 noch immer, emigrieren zu können. Am 9. Mai richtete daher Theodor Elkan, mittlerweile mit seiner Familie in der Türkenschanzstraße 44 in Wien XVIII wohnhaft, folgendes Schreiben an die Marktgemeinde Hohenems:
„Zur Beschaffung einer Unbedenklichkeitserklärung benötige ich Ihre Bestätigung, dass weder ich noch mein Sohn Dr. Hans David Israel Elkan mit einer Steuer im Rückstand sind. Ich bitte Sie daher, mir eine solche Erklärung gefälligst zukommen zu lassen und bemerke, dass ich bei meinem Wegzug aus Hohenems keinen Steuerrückstand hatte. Die aufgelaufenen Steuerbeträge für das Wohnhaus Nr. 35 dürfte der Herr Verwalter Mathis aus den Mieteingängen beglichen haben. Hochachtungsvoll Theodor Israel Elkan.“[20]
Diese Bestätigung, Voraussetzung für eine Unbedenklichkeitserklärung zum Verlassen des Territoriums des Deutschen Reiches, stellte Bürgermeister Josef Wolfgang am 13. Mai 1941 eigenhändig aus.
Im Dachgeschoß des Jüdischen Museums Hohenems findet sich ein kurzer, handgeschriebener, an die Gemeinde Hohenems adressierter Brief aus dem Jahre 1949. Darin erkundigt sich ein gewisser Alois Meermann aus Baden-Baden nach seinem Studienkollegen Hans Elkan. Er erhielt nachweislich niemals eine Antwort.[21] Die Elkans kamen ins Ghetto/KZ Terezin (Theresienstadt) und dort zu Tode.[22]
Stolpersteine für die Elkans
Am 30. Juni 2014 wurden vor der „Elkan-Villa“ (Hohenems, Schweizerstraße 35)[23] für Theodor, Helene und Hans Elkan „Stolpersteine“ verlegt. Der Text für Hans Elkan lautet: „Hier wohnte Hans David Elkan Jg. 1900 - unfreiwillig verzogen - 1940 Wien deportiert - 1942 Theresienstadt ermordet 23.7.1944“.[24] Die Steine wurden im Oktober 2015 mit rassistischen Parolen beschmiert.[25]
Als auf dem Hof des Bundesgymnasiums Dornbirn 2024 Hakenkreuze in den Schnee gestampft wurden, bestand an der Schule akuter Handlungsbedarf. Unter der Federführung der Lehrerin Karin Schindler-Bitschnau wurden anlässlich des 5. Mais, des österreichischen „Gedenktags gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus“ – dem Tag der Befreiung des KZ Mauthausen durch die Amerikaner – „Elkan-Tage“ durchgeführt.
Erinnerung an den 80. Todestag
Anlässlich des 80. Todestages von Hans David Elkan organisierte Tom Sojer, der neue Leiter der Bücherei Hohenems, am 23. Juli 2024 im Garten des Jüdischen Museums einen „Musikalisch-literarischer Dialog“ zu Elkan. Sojer hat in Freiburg Philosophie studiert und dort die Dissertation von Elkan, die den Titel "Zur Problemgeschichte der platonischen Dialektik" trägt, gelesen. Er war sehr überrascht, dass dieses bedeutende philosophische Werk – er sieht es auf Augenhöhe mit Heidegger – hierzulande so wenig bekannt ist.[26] Während ich den historischen Rahmen skizzieren durfte, las er aus der Dissertation vor. Da meldete sich die 90-jährige Mutter der bekannten Theologin, Hochschullehrerin für Human- und Bildungswissenschaften, Autorin und Psychotherapeutin Dr.in Helga Spiegel-Kohler[27] zu Wort und ergriff das Mikrofon. Als Zeitzeugin und Nachbarin schilderte sie mit bewegter Stimme den Abschied von Hans Elkan aus Hohenems. Ihr hat er seine Dissertationsurkunde zur Aufbewahrung gegeben, die so erhalten geblieben ist.
[1] Vorarlberger Nachrichten, 26.02.2003. Erinnerung an ermordeten jüdischen Lehrer. Historiker schlägt vor, BG Dornbirn in "Hans-Elkan-Gymnasium" umzubenennen. Abrufbar: https://www.malingesellschaft.at/archiv/medienarbeit/26.02.03-vn. Zu Dr. Hans David Elkan (1900–1944) siehe https://www.hohenemsgenealogie.at.
[2] Im Jahr 2005 war die Aktion ein zentraler Beitrag zum österreichischen Gedenkjahr ("60 Jahre Zweite Republik"). Siehe dazu Jahresbericht BG Dornbirn, Jg. 2004/05, „Hauptpreis für das‘ Elkan-Projekt‘. Kulturelles Erbe. Tradition mit Zukunft“ , S. 56–58. Am 9 .11.2025 fand im Festsaal des BGD ein Festakt in Erinnerung an Hans Elkan statt.
[3] Siehe dazu meinen Artikel „Erinnerung an Dr. Hans Elkan am BG Dornbirn“. In: David. Jüdische Kulturzeitschrift, Heft 70, August 2006. Abrufbar: https://davidkultur.at/artikel/erinnerung-an-dr-hans-elkan-am-bg-dornbirn
[4] Gemeinsam mit Kollegin Gertraud Leimser. Siehe Jahresbericht des BG Dornbirn 2004/2005, S. 52–55.
[5] Zur materialreichen Biografie von Hans Elkan siehe Gruber, Hans: Hans Elkan – Anmerkungen zu einem beschädigten Leben. In: Thomas Albrich (Hrsg.), „Wir lebten wie sie…“ Jüdische Lebensgeschichten aus Tirol und Vorarlberg. Innsbruck 1999, S. 111–122.
[6] Siehe 58. Jahresbericht der Bundesrealschule in Dornbirn, 1935/36. Hier scheint Elkan im Lehrkörper auf: „Elkan Hans, Dr. phil. (Geschichte, Geographie, philosoph. Einführungsunterricht)“. Sein „Einführender“ war Othmar Anderle, der diese Fächer unterrichtete. Er trat sofort nach dem „Anschluss“ der SS bei. Siehe Stärk, Wilhelm: Geschichte der Dornbirner Realschule. Bregenz 1991, S. 231.
[7] Siehe dazu „Rede zu Hans Elkan, Festsaal BG Dornbirn, 25. Februar 2003“. Abrufbar auf der Homepage von _erinnern.at_ Medien, File 338. Zum antisemitischen Umfeld, unter dem der Lehrer Elkan litt, siehe Gruber (Anm. 5), S. 114.
[8] Siehe Plitzner, Klaus/Scheffknecht, Wolfgang (Hrsg): Minister Dr. Emil Schneider. Ein Unterrichtsminister aus dem schwärzesten Österreich! 1883–1961. (= Schriften des Vorarlbergers Landesarchivs. Nr. 7), Schwarzach 2001.
[9] Reifezeugnis des k.k. Staatsgymnasiums in Bregenz,12.7.1919. Zitiert nach Gruber (Anm.5), S. 112.
[10] Gedruckt 1927 bei Mayer in Dornbirn. Nachdruck erhältlich unter www.abebooks.de.
[11] Kurzbiografie Jüdisches Museum Hohenems: Hans Elkan. Philosoph, Hilfslehrer, Gärtner: Dr. Hans Elkan (1900–1944). Abrufbar: https://www.jm-hohenems.at/juedisches-viertel/biografien/hans-elkan
[12] Elkan unterrichtete auch am Gymnasium Feldkirch. Siehe Harald Walser: Schülerschicksale im NS-Staat: Hans Gaberz, Hans Elkan und Karl Lampert. In: Harald Walser (Hg.): Festschrift 350 Jahre Gymnasium Feldkirch, Bregenz 1999, S. 143 –156, hier S. 150.
[13] Beurteilungen zu seinem Unterricht siehe Gruber (Anm. 5), S. 113; Walser (Anm. 11), S. 150.
[14] Walser (Anm. 11), S. 150.
[15] Siehe dazu ein Schülerinterview bei Gruber (Anm. 5), S. 114. Grundsätzlich dazu: Stärk (Anm. 6), S. 197–251.
[16] Gruber (Anm. 5), S. 116.
[17] Ebenda.
[18] Gruber (Anm. 5), S. 117.
[19] Zur Umsiedlung nach Wien und zur Deportation nach Theresienstadt siehe Albrich, Thomas: Die Jahre der Verfolgung und Vernichtung unter der Herrschaft von Nationalsozialismus und Faschismus 1938 bis 1945. In: Thomas Albrich (Hrsg.): Jüdisches Leben im historischen Tirol, Bd. 3. Von der Teilung Tirols 1918 bis in die Gegenwart. Innsbruck–Wien 2013, S. 187–356, hier S. 294 und 306.
[20] Theodor „Israel“ Elkan, Wien, an Marktgemeinde Hohenems, 9.5.1941. StA Hohenems, 912/10 (Judenbesitz in Hohenems. Erwerbung der Gemeinde bis Ende 1944), zitiert nach Gruber (Anm. 5), S. 119 (Fußnote 68).
[21] Gruber (Anm. 5), S. 111.
[22] Zum Ghetto Terezin/Theresienstadt siehe https://www.memorialmuseums.org/memorialmuseum/gedenkstatte-theresienstadt
[23] „Die um 1800 erbaute Villa in der Schweizer Straße 35, nun als Elkan-Haus bekannt, beherbergte mehrere bedeutende jüdische Hohenemser Familien, darunter Steinach, Menz und auch der letzte Kultusvorsteher der Gemeinde, Theodor Elkan, lebte hier mit seiner Familie. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Elkan-Haus Zwischenstation für jüdische ‚Displaced Persons‘, die nach Palästina oder in die USA emigrieren wollten. 1996 wurde das Haus – wie viele andere Häuser des ehemaligen Jüdischen Viertels – denkmalschutzgerecht restauriert und wird jetzt als Wohn- und ÄrztInnen-Haus genützt. Im Eingangsbereich des Hauses hat Gerhard Lacha eine Gedenktafel angebracht. Ihr Text lautet: ‚Allen Besuchern als Mahnung gegen blinden Gehorsam und Intoleranz, gegen Neid und Unverstand, für Mut zur eigenen Meinung und für Toleranz und Weltoffenheit. Das vor 1795 erbaute Elkan-Haus - benannt nach der letzten jüdischen Besitzerfamilie - wurde 1996 von der Familie Lacha erworben und aller Unbill und aller Ignoranz zum Trotz restauriert. Wir gedenken in Ehrfurcht des Erbauers Josef Löwengrad und seiner Handwerker und wir erinnern an die 1940 ausgelöschte Hohenemser jüdische Gemeinde. Die Inschrift über dem Portal lautet: Und der Ewige war mit Josef. (… und es war ein Mann, dem alles gelang.) Genesis 39,2.‘“ DERLA, https://gams.uni-graz.at/o:derla.vor64.
Die Tafel musste nach einer Überschmierung ins Innere des Hauses verlegt werden.
[25] Siehe Homepage www.malingesellschaft.at. Bild: Beschmierte Stolpersteine vor dem Elkan-Haus (Foto: Werner Bundschuh, 5.10.2015).
[26] Siehe https://www.hohenems.at/news/vorarlbergs-unbekannter-philosoph-der-hohenemser-hans-elkan/
[27] Helga Spiegel war Schülerin am BG Dornbirn. Ihre Mutter trat bereits 2004 beim Schulprojekt als Zeitzeugin auf. Werkauswahl Helga Spiegel: https://de.wikipedia.org/wiki/Helga_Kohler-Spiegel
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