„Großes Verdienstzeichen des Landes Vorarlberg“ für JAMG-Ehrenobmann Werner Bundschuh
Berufliche Stationen und Arbeitsschwerpunkte
Werner Bundschuh, Jg. 1951, studierte in Innsbruck Deutsch und Geschichte und unterrichtete von 1975 bis 2011 am BG Dornbirn-Realschulstraße Geschichte und Sozialkunde, Politische Bildung und Deutsch. Während seiner Lehrtätigkeit schloss er sein Doktoratsstudium mit einer Arbeit über „Heimatgeschichte als Ideologie. Studie zur Darstellung der Geschichte Dornbirns 1850-1950“ (1988) ab. Zudem absolvierte er den Universitätslehrgang Politische Bildung, den er 2022 mit dem MAS abschloss. Er vertrat die VLI (Vorarlberger Lehrerinitiative) von 1983 bis 1987 im Fachausschuss (AHS). Jahrzehntelang arbeitete er im „Bodensee DidaktikerInnen-Kreis für. Seit 1983 unterrichtet er am Eurostudienzentrum/Zentrum für Fernstudien (Johannes Kepler Universität Linz) in Bregenz, und bis heute ist ihm die Lehrtätigkeit an der Gewerkschaftsschule ein Anliegen.
1987 gab er mit Harald Walser, dem damaligen Obmann der JAMG, den Band „Dornbirner-Statt- Geschichten“ heraus, der die Forschungen zur Dornbirner Zeitgeschichte maßgeblich vorantrieb. 1990 erschien sein Band „Bestandsaufnahme: Heimat Dornbirn 1850-1950“. 1991 wurde er Obmann der Johann-August-Malin-Gesellschaft und blieb es mehr als drei Jahrzehnte bis 2022. Bei seiner Verabschiedung wurde er zum Ehrenobmann des Vereins ernannt.
Ein Arbeitsschwerpunkt bildete u.a. die Migrations- u. Gewerkschaftsgeschichte, meist gemeinsam mit Kurt Greussing, Reinhard Mittersteiner und Werner Dreier. Gemeinsam mit Margarethe Ruff beleuchtete er die NS-Zwangsarbeit, vornehmlich auf den Baustellen der Illwerke. 2025 wurde u.a. in Fußach eine Gedenkstele zur Erinnerung an die Opfer der dortigen NS-Zwangsarbeit aufgestellt, basierend auf seinem Forschungsbericht. 1995 verfasste er eine Studie zu Schlins. Sie leistete einen Beitrag zur neuen „Ortgeschichtsschreibung“, die in den Bänden von Harald Walser zu Altach und Mäder ihren Niederschlag gefunden hat. Bundschuhs Band „Vom Wandern und vom Ankommen. Biografische Reportagen aus Vorarlberger Dörfern – Altach, Tosters, Mäder“ (=Studien zur Geschichte und Gesellschaft Vorarlbergs, Band 16, Bregenz 2004) dokumentiert diesen neuen Blick auf die „Heimatgeschichtsschreibung“
Im Fokus: Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte
Werner Bundschuh war neben seiner Lehrtätigkeit sieben Jahre lang – von 2009 bis 2016 – für _erinnern.at_ in Bregenz tätig. Gemeinsam mit dem Gründungsgeschäftsführer Werner Dreier und mit Maria Ecker-Angerer konzipierte u.a. er die Wanderausstellung „darüber sprechen“, die noch heute an österreichischen Schulen gezeigt wird. Die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit prägte seine gesamte Arbeit. Sein Engagement galt in erster Linie den Opfern dieser Gewaltherrschaft. Das 2015 errichtete Widerstandsdenkmal in Bregenz geht nicht zuletzt auf seine Bemühungen zurück, im Land ein Denkmal für Deserteure zu errichten. Anlässlich von „40 Jahre Johann-August-Malin-Gesellschaft“ (2022) gab er den Band „Menschenverächter. Vorarlberger als Akteure bei Entrechtung und Vernichtung im Nationalsozialismus“ heraus. Gemeinsam mit Werner Dreier, Gernot Kiermayr, Meinrad Pichler und Harald Walser stellte er NS-Täterbiografien aus Vorarlberg vor. Das betraf „Schreibtischtäter“ ebenso wie SS-Schergen. Auch zum Band von Harald Walser/Michael Beyrer „Mitläufer, Täter, Opfer. Vorarlbergs Exekutive und der Nationalsozialismus“ (erschienen im Oktober 2026) steuerte er zwei Beiträge bei.
Am 26.10.2026 wurde Werner Bundschuh von Landeshauptmann Markus Wallner das „Große Verdienstzeichen des Landes Vorarlberg“ verliehen. Wir gratulieren sehr herzlich und bedanken uns für seine kontinuierliche und unermüdliche Unterstützung unserer