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19.12.2001 / VN - Streiflicht: Vom Segen der Offenheit

 19.12.01 / VN - Streiflicht


Von Franz Muhr, E-Mail: muhrf  @  vn.vol.at

Es kommt nicht allzu oft vor. Und wir werden auch weiterhin nach Kräften dafür sorgen, dass es nicht vorkommt.

Trotzdem sei an dieser Stelle und aus einem leisen Frust heraus für einmal etwas gewissermaßen in eigener Sache und in aller Eindeutigkeit festgehalten: Getürkte Leserbriefe sind nichts anderes als der Ausdruck von Feigheit.

"In eigener Sache" ist so zu verstehen, dass sich der Autor dieser Zeilen nicht unwesentlich auch mit der Bearbeitung von Leserbriefen beschäftigt. Natürlich prüfen wir auch, so gut als eben möglich, wer der Schreiber ist. Wir ersuchen aus guten Gründen um die Angabe der Adresse, möglichst auch der Telefonnummer und um eine Unterschrift. Anonyme Schreiben finden grundsätzlich keine Aufnahme in den "VN".

Meinung ja, sofern sie von öffentlichem Interesse ist. Aber es darf nicht manipuliert werden über die Leserbriefe. Die Seite der Lesermeinungen lässt sich nicht als Spielwiese feiger Unterstellungen missbrauchen.

Trotzdem kommt es vor. Beispielsweise durch Herrn "Edgar Wehinger, Bifangstraße 3, 6800 Feldkirch". Mit schwungvoller Unterschrift, "bestem Dank für die Veröffentlichung und freundlichen Grüßen" hat er sich über die Feuermauer der Leserbriefprüfung geschwindelt und unter dem Titel "Dämonisierung" (14. Dezember) Vorarlberger Zeithistorikern und unserem Gastkommentator Walter Fink zu dessen "Fleischgewordene Historie" (24. November) mit einigen Untergriffen ordentlich ans Zeug geflickt.

Leider mit verdeckten Karten: In der Bifangstraße 3, so von "offizieller" Seite der Stadt Feldkirch, ist "Edgar Wehinger" völlig unbekannt . . .

Über die jüngere Geschichte mag man unterschiedlicher Auffassung sein. Einigkeit mit jenen Menschen, die daran arbeiten, und den "VN" besteht jedoch stets in der Auffassung, dass es sich in der Tat, um die Worte eines solchen Historikers zu gebrauchen, um eine "erbärmliche Art der geistigen Auseinandersetzung" handelt.

Es ist im zu Ende gehenden Jahr das dritte Mal, dass Zeitgeschichtler auf diese unredliche Weise verunglimpft wurden.

Die "VN" sind kein Amt und keine Behörde. Aber wir werden jetzt Meinungen zum Thema Zeitgeschichte noch genauer unter die Leserbrieflupe nehmen. Und das Christkind bitten, die Köpfe gewisser Schreiber mit den Segnungen der Offenheit zu erhellen.

 

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