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16.04.2026 – Buchpräsentation und Vortrag: Andreas Wilkens – "Hilda Monte, Hilde Meisel, Selma."

Im April 1945 kam die im Widerstand gegen das NS-Regime aktive Hilda Monte bei einm Fluchtversuch in Feldkirch-Tisis ums Leben. Der deutsche Historiker Andreas Wilkens schrieb eine umfassende Biographie. Veranstaltungsort: Museum Prestegg, Rabengasse 3, CH-9450 Altstätten.

Hilda Monte ist eine hervorstechende Kämpferin des deutschen und europäischen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus, und doch ist sie einer breiteren Öffentlichkeit – noch – nicht bekannt. Ihr besonderes Merkmal besteht darin, dass sie in vielfacher Weise schreibend-aufklärenden Widerstand leistete und gleichzeitig zu gefährlichen praktischen Missionen "vor Ort" bereit war. Zum einen schrieb sie zahlreiche Artikel für Zeitungen und Zeitschriften, publizierte Appelle und Broschüren, hielt Vorträge, lieferte zahleiche Manuskripte für Sendungen der BBC. 1943 brachte sie ein 200-Seiten-Buch zur künftigen "Einheit Europas" heraus, das seinesgleichen sucht.
 
Zum anderen war sie überzeugt, dass Schreiben allein nicht genügt, um das Regime der "grässlichen Bande" Hitlers zu bekämpfen. So entschied sie sich mit äusserstem Mut auch für direkte Aktionen, die sie ins Deutsche Reich oder – 1941 – bis nach Lissabon führten. Die geheimen Missionen waren für sie als Frau, Sozialistin und Jüdin extrem gefährlich. Für mehr als zwölf Jahre war dieser "zweifache Widerstand" ihr Lebensfokus: Vom Beginn der Hitler-Diktatur im Januar 1933 bis ganz zum Ende des NS-Regimes im Frühjahr 1945. In dem Moment als das Ziel erreicht war und das Terror-Regime zusammenbrach, bezahlte Hilda Monte ihren Einsatz mit dem Leben.
 
Als Frau des deutschen – und europäischen – Widerstandes ist Hilda Monte heute neu zu entdecken. Die Umstände ihres Todes sind nur einer der Gründe für eine allzu lang andauernde Nicht-Erinnerung. Wie manche andere Widerstandskämpferinnen und -kämpfer geriet sie in die allgemeine Verdrängung von Widerstand und Exil, die sich in der Bundesrepublik in der Nachkriegsperiode breit machte.
 
Die neu erstellte Biografie Hilda Montes zeichnet auf der Grundlage breiter Archivrecherchen den weitgehend unerforschten Lebensweg "Selmas" nach – so ihr interner Deckname im Widerstand. Ein zweiter Band vereinigt eine Auswahl ihrer markanten Schriften in deutscher Übersetzung, einschliesslich des Werkes "The Unity of Europe", ihres Romans "Where Freedom Perished" und verschiedener autobiografischer Skizzen.

Moderation: Raphael Einetter, Jüdisches Museum Hohenems

Eintritt: CHF 12,-

>> Weitere Informationen zur Publikation auf der Website der Johann-August-Malin-Gesellschaft.
 
Eine Veranstaltung des Museums Prestegg in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Hohenems, ERINNERN:AT und der Johann-August-Malin-Gesellschaft im Rahmen des Projekts "Gemeinsam erinnern im Rheintal".

Hilda Monte wurde am Friedhof der evangelischen Gemeinde in Feldkirch beigesetzt. Heute befindet sich an diesem Ort ein das Grabmal ergänzendes Erinnerungszeichen. (Quelle: Lukas Verlag)

Hilda Monte wurde am Friedhof der evangelischen Gemeinde in Feldkirch beigesetzt. Heute befindet sich an diesem Ort ein das Grabmal ergänzendes Erinnerungszeichen. (Quelle: Lukas Verlag)

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