16.03.2026 – Vortrag und Gespräch: "Ich konnte nicht anders." Stefan Spannring (1907–1997) und der Widerstand im Innermontafon
Stefan Spannring wuchs in der Steiermark in Armut auf und erlebte in seiner Lehrzeit Ausbeutung und Ungerechtigkeit. Er kam in den 1920er-Jahren als Illwerke-Arbeiter ins Montafon und machte sich kurz darauf als Schuster in St. Gallenkirch selbständig. Während der NS-Zeit wurde sein Haus zum Kristallisationspunkt einer dezentralen Widerstandsgruppe. Gemeinsam mit Mitstreitern organisierte er das Abhören ausländischer Sender, unterstützte Zwangsarbeiter und Deserteure und beteiligte sich an der Rettung der Illwerke-Anlagen rund um das Kriegsende. In der unmittelbaren Nachkriegszeit wirkte er als Funktionär der „Österreichischen demokratischen Widerstandsbewegung“ an der Entnazifizierung mit. Seine autobiografischen Aufzeichnungen sowie weitere Unterlagen, welche 2025 in das Montafon Archiv übernommen wurden, sind eine aufschlussreiche Quelle zur Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts im ländlichen Raum.
Eine Veranstaltung der Johann-August-Malin-Gesellschaft in Kooperation mit ERINNERN:AT.