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Startseite / Texte / Politische Kultur

Markus Barnay (2009): Die Debatte um das "Vorarlberger Landesmuseum neu"

Museen sind Spiegelbilder der Gesellschaft - genauer: der Ideen, die die Museumsmacher von ihr haben. Zuerst einmal sind sie Spiegelbilder einer durch Objekte vorgestellten, freilich immer nur gedachten Vergangenheit. Doch sie sind auch Spiegelbilder der Zukunft, die man aus dieser Vergangenheit entwickeln möchte. Darum wird um die Zukunft der Vergangenheit - naturgemäß - gestritten: in diesem Fall um die komplette Neugestaltung des Vorarlberger Landesmuseums.
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Meinrad Pichler (2009): Grausame Gleichzeitigkeit

Während Elmar Grabherr, nach dem Zweiten Weltkrieg (bis 1976) mächtigster Beamter in der Vorarlberger Landesverwaltung, im schönen Innsbruck am grünen Inn dem "Führer" diente und in Briefen an vermeintliche Freunde vom Endsieg schwadronierte, wurde in Bregenz eine Frau aus "rassischen" Gründen deportiert: eine grausame Gleichzeitigkeit, für die der Schreibtisch-Nazi Grabherr, der sich nach 1945 selbst entnazifizierte, nie Bedauern gezeigt hat.
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Brigitte Behal (2009): Theodor Veiter - Kontinuitäten deutschnationaler Katholiken 1930-1965

Brigitte Behal behandelt in ihrer zeitgeschichtlichen Dissertation auch einen Akteur der jüngeren Vorarlberger Ideologie-Geschichte: Theodor Veiter, den in Feldkirch wirkenden Juristen und Publizisten, der eine Weile lang von einer großen Angst getrieben wurde - dass die Vorarlberger Geschichte "aus linker Sicht" umgeschrieben werden könnte.
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Leo Haffner (2009): Grabherr war nicht irgendwer - sondern: "ein besessener Vorarlberger"

Eine Leseprobe aus Leo Haffners neuem, höchst aktuellem Buch zur Vorarlberger Zeitgeschichte: Ein besessener Vorarlberger. Elmar Grabherr und die Ablehnung der Aufklärung (Bucher Verlag Hohenems). Eine Geschichte der politischen Mentalitäten dieses Landes, ihrer Förderer und Gegner - und warum das 19. Jahrhundert bei uns so lange gedauert hat.
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Werner Bundschuh (2007): Noch fehlen "Deserteurdenkmäler"...

Denkmäler sind Monumente sowohl der Erinnerung als auch der Verdrängung. Ein Beitrag zur Diskussion über den Umgang mit der Kriegs- und NS-Vergangenheit - anhand des Falles Vallaster in Silbertal.
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Franz Valandro (2002/2007): Rechtsextremismus in Vorarlberg nach 1945

Der "weiche" Rechtsextremismus, in Vorarlberg wie im übrigen Österreich nach 1945 ein Teil des politischen Maistream, schafft die Basis für den "harten Rechtsextremismus" der NDP oder der Skinheads. In Vorarlberg hat der Rechtsextremismus eine eigene, auch durchaus gewalttätige, Tradition, die ihn bis heute virulent macht.
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Kurt Greussing (2007): Gottes langer Schatten. Islamische Kontroversen um Freiheit und Denken

Aufgeregte Zeiten, aufgeregte Debatten: Hier der Versuch einer nüchternen Bestandsaufnahme.
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Kurt Greussing (2006): Auf dem Spielplatz der "Neandertaler-Rechten". Ausländer- und moslemfeindliche "VN"-Leserbriefe

Die häufigen VN-Leserbriefe zu Ausländern und zum Islam stammen nicht nur meist vom selben halben Dutzend Schreiber, sie schöpfen auch aus der immergleichen Quelle: aus Zitaten und Behauptungen, die zum Teil seit Jahren im Internet flottieren. Die Leserbriefseite als Recycling-Anlage.
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Markus Barnay (2000): Die Stunde der Ignoranten

Die Vorarlberger Landesausstellung im Jahre 1999 hat bis heute eine traumatische Wirkung auf die Kulturpolitik des Landes: Nie wieder! Denn die Landesregierung produzierte damals eine organisatorische und vor allem eine konzeptionelle Pleite, die nur einen Vorteil hatte: Kritische Historiker waren davon nicht betroffen. Weil man sie von vornherein aus dem Unternehmen ausgeschlossen hatte.
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Kurt Greussing (2000): Träge Mentalitäten? Über die Produktion von öffentlicher Meinung zu NS-Regime und 2. Weltkrieg

Überlegungen zur Heldenverehrung auf Vorarlberger Friedhöfen, zum Tod fürs Vaterland, das einst offenbar von Narvik bis an die Wolga reichte, und zu einem seltenen Fall von Mut, über die Verbrechen der Wehrmacht zu sprechen.
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Werner Bundschuh (2000): Mentalität, Identität, Integration

Markus Barnay hat im Jahre 1988 die Herausbildung des "Alemannenmythos" und des Vorarlberger Landesbewusstseins ausführlich analysiert und seinem Buch den programmatischen Titel "Die Erfindung des Vorarlbergers" gegeben. Das katholisch-konservative Lager schrieb im ausgehenden 19. Jahrhundert die "Eigenständigkeit des Landes" auf seine Fahnen und setzte den "Alemannenmythos" als politisches Instrument ein. Die Inhalte ethnischer Selbstbeschreibung gehorchten auch nach 1945, bis in die ...
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Markus Barnay (1998): Vorarlbergs Sonderfahrt durch die 2. Republik. Vom Alemannenmythos zur Euregio Bodensee

Ein Beitrag zur Entwicklung des Vorarlberg-Bewusstseins im 20. Jahrhundert, zu "Regionalismus" als Herrschaftsmittel und zum Beharrungsvermögen des Alemannen-Mythos - und schließlich zum Widerstand gegen das von oben verordnete Geschichtsbild.
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Meinrad Pichler (1995): Befreiung und Wiederaufbau - Vorarlberg 1945

"Befreiung", "Besatzung", "Stunde null": Die Begriffe umfassen jeweils andere Wahrnehmungen des Endes der nationalsozialistischen Herrschaft. In Vorarlberg ging vieles in jenen mentalen Bahnen weiter, die die nationalsozialistische Propaganda gelegt hatte - bis hin zur Abwertung und zur Verdrängung der Opfer des NS-Regimes und des Widerstandes.
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Eveline Böckle (1989): Landfremd, sozialdemokratisch, jüdisch. Die dreifache Ausgrenzung des Samuel Spindler

Der Antisemit erfindet die Adressaten seiner Vorurteile je nach Bedarf ständig neu. Was lag da näher, als zu versuchen, die aufstrebende Sozialdemokratie - gerade in konservativen Regionen wie Vorarlberg - als "jüdisch" zu stigmatisieren? So wurden Menschen auf der Suche nach Heimat zu "Fremden" gemacht - mit tödlicher Konsequenz.
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Kurt Greussing (1988): Der heilige Karl: Mit Feuer und Flamme für die Kirche

Vorarlberger Konservative - und die Hohenemser - halten einen Stadtheiligen in Ehren, dessen Glaubenseifer für alles andere stand als für die angeblich typisch christlichen Werte des Humanismus und der Toleranz. Eine Exkursion in die Welt des Fundamentalismus.
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Wilhelm Stärk (1987): Wesen und Art des Dornbirners. Eine Anthologie der schönsten Lesefrüchte

Der Mythos der Vorarlberger Alemannen reproduzierte sich - einige Stockwerke tiefer im Niveau - in Ethno-Charakteristiken von Dörfern und Städten. Hier nun ist zusammengetragen, was allen Ernstes zu den Dornbirnern zusammengeschrieben wurde: die Vermessung einer weitestgehend vernunft- und nachdenkfreien Zone.
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Markus Barnay (1987): Märchenonkel gegen Nestbeschmutzer. Anmerkungen zum "Historikerstreit" in Vorarlberg

Ein Beitrag zur Geschichte der (neueren) Landesgeschichtsschreibung - das Ende des Vorarlberg-Zentrismus und der Alemannen-Mythologie. Ein Ende mit Ächzen und Stöhnen, mit Hauen und Stechen, doch immerhin: ein Ende.
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Harald Walser (1984): "... nicht die Letzten?" Der "Fall Beer" und die Vorarlberger Kulturpolitik

Von der Vorarlberger Landesregierung hochgefeiert und hochdotiert: die Schriftstellerin Natalie Beer, Vorarlbergs literarisches Aushängeschild der Nachkriegszeit bis in die achtziger Jahre. Dann bekannte sie sich in einem ORF-Interview frank zum "geistigen Erbe" des Nationalsozialismus - das sie in ihrem Schaffen nie verleugnet hatte. Ein Lehrstück zur Kulturpolitik nach 1945 und zum kulturellen Erbe der ...
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Leo Haffner (1982): Die Aufklärung und die Konservativen. Ein Beitrag zur Geschichte der katholisch-konservativen Partei in Vorarlberg

Der Aufsatz wurde zu einem Standardtext über die Konflikte zwischen dem liberalen und dem konservativen Lager im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts und über die Auswirkungen, die der Sieg des politischen Katholizismus in Vorarlberg bis weit in die 1970er Jahre hatte.
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Meinrad Pichler (1982): Eine unbeschreibliche Vergangenheit. Die Vorarlberger Geschichtsschreibung und der Nationalsozialismus

Mit diesem Beitrag wurde ein kräftiges Zeichen des Auftakts zu einem kritischen Umgang mit der bis dahin herrschenden Vorarlberger Geschichtsschreibung, zumal jener über die NS-Herrschaft in Vorarlberg, gesetzt. Der Text ist nun selbst ein Stück Geschichte der Geschichtsschreibung geworden. Denn er hat seinen wesentlichsten Zweck erfüllt: den Mut und das Interesse für eine vorbehaltlose Aufarbeitung von Verfolgung und Widerstand in Vorarlberg unter der NS-Herrschaft zu wecken.
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