Harald Walser (2012): Lokaler Bezug und überregionale Vernetzung. Die Johann-August-Malin-Gesellschaft als regionale Historikerinitiative

Geschichts- und gesellschaftswissenschaftlich Interessierte begannen ab den 1980er Jahren, die massive Vormacht konservativer Vorarlberger Landeshistoriker anzugreifen. Die Gründung der Johann-August-Malin-Gesellschaft (1982) stellt einen Wendepunkt in der Erforschung der Zeitgeschichte dar.
lesen »

TOP

Meinrad Pichler (2012): Bruno Amann - Der antisemitische Schreibtischtäter

Der Hohenemser Dr. Bruno Amann (1913-1963) war einer der radikalsten Propagandisten des nationalsozialistischen Antisemitismus. Er erklärte den Kampf gegen den „jüdischen Geist“ zu einer weltgeschichtlichen Notwendigkeit und zur Existenzgrundlage des neuen "germanischen Reiches". Amanns Nachkriegskarriere verlief in denselben geordneten Bahnen wie die einiger anderer ehemaliger Vorarlberger NS-Größen: Sie führte geradewegs auf einen wohldotierten Posten bei der Dornbirner Messe.
lesen »

TOP

Die Debatte um das "Vorarlberger Landesmuseum neu" (2009-2013) – mit Beiträgen von Markus Barnay, Kurt Greussing und Werner Bundschuh

Museen sind Spiegelbilder der Gesellschaft - genauer: der Ideen, die die Museumsmacher von ihr haben. Zuerst einmal sind sie Spiegelbilder einer durch Objekte vorgestellten, freilich immer nur gedachten Vergangenheit. Doch sie sind auch Spiegelbilder der Zukunft, die man aus dieser Vergangenheit entwickeln möchte. Darum wird um die Zukunft der Vergangenheit - naturgemäß - gestritten: in diesem Fall um die komplette Neugestaltung des Vorarlberger Landesmuseums.
lesen »

TOP
5.Mai - Gedenktag

Werner Bundschuh (2011): Der 5. Mai – der unbekannte nationale Gedenktag

Am 11. November 1997 beschloss der österreichische Nationalrat einstimmig, den 5. Mai, den Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen, fortan jährlich als nationalen "Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus" zu begehen. Dennoch ist er bis heute weitgehend unbekannt, nicht im kollektiven Bewusstsein verankert.
lesen »

TOP

Leo Haffner (2011): "Ich war ein überzeugter Nationalsozialist" – Bekenntnisse eines freiheitlichen Spitzenpolitikers

Leo Haffner stellt die Frage nach der ideologischen Prägung von Vorarlberger Nazis. Auszüge aus den Lebenserinnerungen eines einflussreichen FPÖ-Landespolitikers (der Name wurde anonymisiert) zeigen, wie diese ideologische Prägung auch nach 1945 wirksam blieb und das Gerüst einer politisch einflussreichen Gesinnungsgemeinschaft bildete.
lesen »

TOP

Brigitte Behal (2010): Der Feldkircher Jurist Theodor Veiter – katholisch und deutsch-national. Hintergründe einer österreichischen Karriere 1929-1994

Nach 1945 gehörte er zu den entschiedensten Vertretern einer "alemannistischen" Geschichtsschreibung in Vorarlberg – und folglich zu den schärfsten Gegnern einer kritischen Sicht auf eben diese Geschichtsschreibung: der Feldkircher Jurist und Publizist Theodor Veiter (gest. 1994). Sein Wirken erstreckte sich aber weit über Vorarlberg hinaus, und es stand in einer schon vor der NS-Zeit wirksamen Tradition „völkischen“ Denkens.
lesen »

TOP

Leo Haffner (2009): Grabherr war nicht irgendwer - sondern: "ein besessener Vorarlberger"

Eine Leseprobe aus Leo Haffners neuem, höchst aktuellem Buch zur Vorarlberger Zeitgeschichte: Ein besessener Vorarlberger. Elmar Grabherr und die Ablehnung der Aufklärung (Bucher Verlag Hohenems). Eine Geschichte der politischen Mentalitäten dieses Landes, ihrer Förderer und Gegner - und warum das 19. Jahrhundert bei uns so lange gedauert hat.
lesen »

TOP

Meinrad Pichler (2009): Grausame Gleichzeitigkeit

Während Elmar Grabherr, nach dem Zweiten Weltkrieg (bis 1976) mächtigster Beamter in der Vorarlberger Landesverwaltung, im schönen Innsbruck am grünen Inn dem "Führer" diente und in Briefen an vermeintliche Freunde vom Endsieg schwadronierte, wurde in Bregenz eine Frau aus "rassischen" Gründen deportiert: eine grausame Gleichzeitigkeit, für die der Schreibtisch-Nazi Grabherr, der sich nach 1945 selbst entnazifizierte, nie Bedauern gezeigt hat.
lesen »

TOP

Kurt Greussing (2008): Der Heimatklang des Antisemitismus. Über die Intonation und den Gebrauch bestimmter Wörter

Wie ein Mensch im Vorarlberger Dialekt zum "Jud" wird und warum es auch heute keinen unschuldigen, wertfreien Gebrauch dieses Wortes gibt - das hat mit Sprache zu tun, deren Unter- und Obertöne die Soziolinguistik zu verstehen hilft. Und es hängt mit öffentlichem Reden über die Opfer des Nationalsozialismus nach dessen Ende zusammen: Die Schamlosigkeit im nachträglichen Umgang mit der Brutalität des NS-Regimes rief Scham bei jenen hervor, die diese Brutalität erlitten hatten.
lesen »

TOP

Kurt Greussing (2007): Gottes langer Schatten. Islamische Kontroversen um Freiheit und Denken

Aufgeregte Zeiten, aufgeregte Debatten: Hier der Versuch einer nüchternen Bestandsaufnahme.
lesen »

TOP

Werner Bundschuh (2007): Noch fehlen "Deserteurdenkmäler"...

Denkmäler sind Monumente sowohl der Erinnerung als auch der Verdrängung. Ein Beitrag zur Diskussion über den Umgang mit der Kriegs- und NS-Vergangenheit - anhand des Falles Vallaster in Silbertal.
lesen »

TOP

Franz Valandro (2002/2007): Rechtsextremismus in Vorarlberg nach 1945

Der "weiche" Rechtsextremismus, in Vorarlberg wie im übrigen Österreich nach 1945 ein Teil des politischen Maistream, schafft die Basis für den "harten Rechtsextremismus" der NDP oder der Skinheads. In Vorarlberg hat der Rechtsextremismus eine eigene, auch durchaus gewalttätige, Tradition, die ihn bis heute virulent macht.
lesen »

TOP

Kurt Greussing (2006): Auf dem Spielplatz der "Neandertaler-Rechten". Ausländer- und moslemfeindliche "VN"-Leserbriefe

Die häufigen VN-Leserbriefe zu Ausländern und zum Islam stammen nicht nur meist vom selben halben Dutzend Schreiber, sie schöpfen auch aus der immergleichen Quelle: aus Zitaten und Behauptungen, die zum Teil seit Jahren im Internet flottieren. Die Leserbriefseite als Recycling-Anlage.
lesen »

TOP

Markus Barnay (2000): Die Stunde der Ignoranten

Die Vorarlberger Landesausstellung im Jahre 1999 hat bis heute eine traumatische Wirkung auf die Kulturpolitik des Landes: Nie wieder! Denn die Landesregierung produzierte damals eine organisatorische und vor allem eine konzeptionelle Pleite, die nur einen Vorteil hatte: Kritische Historiker waren davon nicht betroffen. Weil man sie von vornherein aus dem Unternehmen ausgeschlossen hatte.
lesen »

TOP

Kurt Greussing (2000): Träge Mentalitäten? Über die Produktion von öffentlicher Meinung zu NS-Regime und 2. Weltkrieg

Überlegungen zur Heldenverehrung auf Vorarlberger Friedhöfen, zum Tod fürs Vaterland, das einst offenbar von Narvik bis an die Wolga reichte, und zu einem seltenen Fall von Mut, über die Verbrechen der Wehrmacht zu sprechen.
lesen »

TOP

Werner Bundschuh (2000): Mentalität, Identität, Integration

Markus Barnay hat im Jahre 1988 seinem Buch den programmatischen Titel "Die Erfindung des Vorarlbergers" gegeben. Das katholisch-konservative Lager schrieb im ausgehenden 19. Jahrhundert die "Eigenständigkeit des Landes" auf seine Fahnen und setzte den "Alemannenmythos" als politisches Instrument ein. Die Inhalte ethnischer Selbstbeschreibung gehorchten auch nach 1945, bis in die Gegenwart, politischen und sozialen Interessen der regionalen Machteliten.
lesen »

TOP

Markus Barnay (1998): Vorarlbergs Sonderfahrt durch die 2. Republik. Vom Alemannenmythos zur Euregio Bodensee

Ein Beitrag zur Entwicklung des Vorarlberg-Bewusstseins im 20. Jahrhundert, zu "Regionalismus" als Herrschaftsmittel und zum Beharrungsvermögen des Alemannen-Mythos - und schließlich zum Widerstand gegen das von oben verordnete Geschichtsbild.
lesen »

TOP

Meinrad Pichler (1995): Befreiung und Wiederaufbau - Vorarlberg 1945

"Befreiung", "Besatzung", "Stunde null": Die Begriffe umfassen jeweils andere Wahrnehmungen des Endes der nationalsozialistischen Herrschaft. In Vorarlberg ging vieles in jenen mentalen Bahnen weiter, die die nationalsozialistische Propaganda gelegt hatte - bis hin zur Abwertung und zur Verdrängung der Opfer des NS-Regimes und des Widerstandes.
lesen »

TOP

Eveline Böckle (1989): Landfremd, sozialdemokratisch, jüdisch. Die dreifache Ausgrenzung des Samuel Spindler

Der Antisemit erfindet die Adressaten seiner Vorurteile je nach Bedarf ständig neu. Was lag da näher, als zu versuchen, die aufstrebende Sozialdemokratie - gerade in konservativen Regionen wie Vorarlberg - als "jüdisch" zu stigmatisieren? So wurden Menschen auf der Suche nach Heimat zu "Fremden" gemacht - mit tödlicher Konsequenz.
lesen »

TOP

Kurt Greussing (1988): Der heilige Karl: Mit Feuer und Flamme für die Kirche

Vorarlberger Konservative - und die Hohenemser - halten einen Stadtheiligen in Ehren, dessen Glaubenseifer für alles andere stand als für die angeblich typisch christlichen Werte des Humanismus und der Toleranz. Eine Exkursion in die Welt des Fundamentalismus.
lesen »

TOP