Harald Walser: Bombengeschäfte. Vorarlbergs Wirtschaft in der NS-Zeit
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→ zum Bestellformular → zum Download (PDF suchbar 22,2 MB) Großinvestitionen in der NS-Zeit, wie die Illwerke-Bauten, der Bau von Straßen und die Errichtung der Südtiroler-Siedlungen in allen größeren Orten des Landes, veränderten ebenso wie die Erfordernisse der Kriegswirtschaft die wirtschaftliche Struktur Vorarlbergs grundlegend. Die bis 1938 dominierende Textilindustrie verlor bis 1945 an Terrain zugunsten der Elektro- und metallverarbeitenden Industrie. Nicht so die Textilindustriellen: Ihnen gelang es durch Diversifikation der Produktion ihre führende Stellung in der Wirtschaft des Landes zu behaupten. Sie gründeten und erwarben metallverarbeitende Betriebe. Durch die "Arisierung" jüdischen Eigentums kamen Vorarlberger Unternehmer in den Besitz großer Warenhäuser, Fabriken und Wohnungen in Wien. Für die Arbeitskräfte schien sich die Situation anfänglich zu verbessern, zumal die Arbeitslosigkeit nach wenigen Monaten beseitigt war. Die zunehmende Militarisierung des Arbeitslebens, lange Arbeitszeiten und niedrige Löhne zeigten aber bald ein anderes Bild vom "nationalen Sozialismus".
Inhalt
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| 1. | Vorwort | 7 |
| 2. | Abkürzungen | 8 |
| 3. | Einleitung | 10 |
| 4. | Die Ausgangslage | 23 |
| 4.1. Die Wirtschafts- und Sozialpolitik bis zum März 1938 | 23 | |
| 4.2. Wirtschaftliche und politische Strategien der
großen Textilunternehmer des Landes vor dem "Anschluß" |
27 | |
| 4.3. "Arisierungen" und hohe Posten nach dem "Anschluß" | 32 | |
| 4.4. Die wirtschaftliche Situation Vorarlbergs zu Beginn der NS-Herrschaft | 41 | |
| 5. | Der Arbeitsmarkt in der NS-Zeit | 46 |
| 5.1. Die Beseitigung der Arbeitslosigkeit nach dem "Anschluß" | 46 | |
| 5.2. Erneute Probleme am Arbeitsmarkt 1939 | 50 | |
| 5.3. Die "Arbeitseinsatzlage" während des Krieges | 57 | |
| 5.4. Bevölkerungsentwicklung und Berufsstruktur | 67 | |
| 6. | Die Entwicklung der wichtigsten Wirtschaftsbereiche | 76 |
| 6.1. Elektrizitätswirtschaft | 76 | |
| 6.2. Textilwirtschaft | 94 | |
| 6.3. Bauwirtschaft | 105 | |
| 6.4. Landwirtschaft | 120 | |
| 7. | Vorarlberg wird von der Kriegswirtschaft erfaßt | 146 |
| 7.1. Wehrmachtsaufträge mit Ausnahme der Rüstung | 147 | |
| 7.2. Rüstungsindustrie | 154 | |
| 7.3. Betriebsverlagerungen nach Vorarlberg | 178 | |
| 7.4. Diversifikation der Produktion und Firmenübernahmen | 198 | |
| 8. | Die Lage der Arbeiterschaft | 211 |
| 8.1. Die Entwicklung der Löhne | 211 | |
| 8.2. Die Entwicklung der Preise | 222 | |
| 8.3. Ausdehnung der Arbeitszeit | 231 | |
| 8.4. Arbeitseinsatz von Kriegsgefangenen und Fremdarbeitern | 250 | |
| 8.5. Das "Arbeitserziehungslager" Reichenau | 264 | |
| Zusammenfassung | 271 | |
| 10. | Anhang | 278 |
| 10.1. Die größeren heimischen Rüstungsfirmen | 280 | |
| 10.2. Nach Vorarlberg verlegte Produktionsstätten | 298 | |
| 11. | Anmerkungen | 321 |
| 12. | Quellen-, Literatur- und Bildverzeichnis | 351 |
| 12.1. Quellenverzeichnis | 351 | |
| 2.2. Literaturverzeichnis | 353 | |
| 12.3. Bildquellennachweis | 368 | |
| 13. | Register | 369 |
| 13.1 Namen- und Firmenregister | 369 | |
| 13.2 Ortsregister | 374 |
Leseprobe
"Bis etwa 1930 war die ökonomische Elite des Landes im liberalen und später deutschnationalen Lager parteipolitisch sehr aktiv. Ab Beginn der dreißiger Jahre wurde von diesen Unternehmern dann zunehmend die NSDAP unterstützt, was sich nach 1938 durchaus im wörtlichen Sinn bezahlt machte. Die führenden Repräsentanten der Textilindustrie büßten dieses Engagement nach 1945 mit zumindest mehrwöchigen Inhaftierungen in den Internierungslagern für Nationalsozialisten. Das gilt für Eigentümer der Firmen F. M. Hämmerle, Franz M. Rhomberg, Carl Ganahl, Getzner, Mutter & Cie. und andere.
Ob es diese Erfahrungen waren? Jedenfalls zog sich die ökonomische Elite des Landes mit wenigen Ausnahmen - etwa Hans Ganahl und Rudolf Hämmerle - nach 1945 aus der Landespolitik zurück und überließ dieses Feld Vertretern der Bauern, der Beamtenschaft und der Handwerker. Die Rahmenbedingungen hatten sich offensichtlich geändert: Parteipolitisches Engagement schien nicht mehr opportun. Dort, wo es dennoch stattfand, damit die eigenen Interessen durchsetzbar blieben, wurde der Schulterschluß mit der katholisch-konservativen Elite des Landes gesucht - und gefunden."
