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26.08.2006 / Leserbrief: Bartensteins Schloss

Vorarlberger Nachrichten


Mit unglaublicher Unverfrorenheit behauptet Wirtschafts- und Arbeitsminister Bartenstein von der NS-Geschichte seines Schlosses Lannach "nichts gewusst" zu haben. Zur Untermauerung dieser Ahnungslosigkeit darf im ORF der "Ortschronist" auftreten, der bestätigt, dass "die Lannacher" völlig überrascht seien, dass hier eine Außenstelle des KZ Mauthausen gewesen sei. Nunmehr wurde der Historiker und Kanzler-Intimus Univ. Prof. Dr. Karner beauftragt, die Geschichte des Schlosses zu erforschen, um zu klären, ob eine Gedenktafel angebracht werden soll.

1997 (!) hat Andreas Baumgartner "Die vergessenen Frauen von Mauthausen" veröffentlicht. Seit damals ist bekannt, dass Schloss Lannach eine Außenstelle des Mauthausener Nebenlagers Mittersill war. Auf S. 134 kann der unwissende Minister z.B. nachlesen: "Nach wenigen Tagen wurden neun der Frauen und die SS-Aufseherin mit dem SS-Untersturmführer Dr. Vareschi ins steirische Lannach weitertransportiert, wo das Sven Hedin Institut im Schloß Lannach eine Außenstelle betrieb." Od. zwei Seiten später hätte er das Faksimile über die Überstellung der "Bibelforscherinnen" studieren können.

Dass der Historiker Baumgartner mit dem Ansuchen um Unterstützung für das Symposium "Frauen in Mauthausen" bei Bartensteins im Mai 2006 auf taube Ohren stieß, passt ins Bild.

Dr. Werner Bundschuh
Obmann der Johann-August-Malin-Gesellschaft

 

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