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09.02.2008 / Drei Finger bringen junge ÖVP ins Zwielicht

SPÖ sieht Kühnen-Gruß bei Junger ÖVP

 DER STANDARD, Printausgabe, 9. Februar 2008


Bregenz - Empörung löste ein Party-Pic auf der Website der Jungen ÖVP (JVP) Vorarlberg aus. Drei Burschen grüßen vom Bundesparteitag in die Kamera: mit jeweils drei gespreizten Fingern. Wie FPÖ-Obmann Strache bediene sich die Junge ÖVP des Kühnen-Grußes, kritisiert SPÖ-Jugendsprecherin Miriam Jäger und fordert "klärende Worte vom Vorarlberger VP-Chef Sausgruber". Die Bild-Entdecker von der SJ sehen ein "Sittenbild der jungen Konservativen", die sich nicht von autoritären Ideologien distanzierten, sondern sich öffentlich in deren Tradition stellten.

Der Landeshauptmann wurde am Donnerstag per Mail vom Historiker Werner Bundschuh informiert. Am Morgen darauf war das Foto von der Homepage entfernt.

JVP-Obmann und Landtagsabgeordneter Thomas Winsauer zum Standard: "Das Bild ist schon seit Anfang der Woche weg." Man habe es nicht auf Weisung, sondern "bei einem internen Controlling-Vorgang" entfernt. "Damit keine Missverständnisse entstehen." Historiker Bundschuh: "Das Bild war am Donnerstag noch auf der Website."

Bei den Männern handle es sich um JVP-Mitglieder, ob sie Delegierte waren, sagt Winsauer nicht: "Wir sind eine offene Partei, da kann jeder mitfahren." Bundschuh: "Wollen diese Jungpolitiker 'nur lustig' sein, dann ist es eine politische Bankrotterklärung, die nach historischer Nachschulung verlangt." Grünen-Klubchef Johannes Rauch fordert klare Distanzierung von Sausgruber: "Es reicht nicht, dass über Nacht die Spuren getilgt wurden."

"Für mich war das eine Einladung, auch wenn sie nicht abgeschickt wurde", sagt Bundschuh. In Rowenki dürfte man das ähnlich sehen. Bundschuh: "Wir bekommen auf unsere Mails keine Antwort mehr."


Jutta Berger

 

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