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26.03.2008 / Ausladung zurückgenommen. Dornbirn lädt ehemalige Zwangsarbeiter nun doch ein

DER STANDARD, Printausgabe, 26. März 2008


Dornbirn - Eingeladen, ausgeladen, wieder eingeladen - die Irrungen und Wirrungen rund um den Besuch ehemaliger Zwangsarbeiter in Dornbirn scheinen nun doch ein gutes Ende zu finden. Ende Juni wird eine elfköpfige Delegation aus Rowenki/Ukraine in Dornbirn erwartet. "Ja, ein dreitägiger Besuch ist geplant und eingeladen wurde die Delegation von mir", stellt Bürgermeister Wolfgang Rümmele (ÖVP) unmissverständlich fest.

SPÖ und Grüne hatten den Gesinnungswandel Rümmeles erreicht, nachdem vergangenen Dezember durch den Standard öffentlich wurde, dass Rümmele die vom Historiker Werner Bundschuh im Auftrag der Stadt übermittelte Einladung wieder rückgängig gemacht hatte.

Die peinliche Ausladung will man nun mit einem "Besuchsprogramm, an dem noch gearbeitet wird" (Rümmele) vergessen machen.

Vorbereitet wird der Besuch durch einen Vortrag von Margarethe Ruff und Werner Bundschuh über Zwangsarbeit in Dornbirn (heute, Mittwoch, 19.30 Uhr im Großen Sitzungssaal des Rathauses) und ein Erzähl-Café im Stadtarchiv am 7. April.

In Dornbirn mussten zwischen 1942 und 1945 rund 1200 Zwangsarbeitende, die meisten aus der Ukraine und Polen, für die nationalsozialistische Wirtschaft arbeiten.

Drei dieser Menschen, sie wurden bei den Illwerken und Dornbirner Textilfirmen zur Arbeit gezwungen, werden im Juni mit ihren Angehörigen nach Dornbirn kommen. Nicht nur um Politiker und historisch Interessierte zu treffen, sondern auch um Plätze ihrer schweren Jugend wiederzusehen, "ein sehnlicher Wunsch der alten Menschen" (Bundschuh).

Jutta Berger

 

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