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27.01.2010 - Jahreshauptversammlung der J.-A.-Malin-Gesellschaft

Protokoll der Jahreshauptversammlung 2010

 

Mi., 27.1.2010, Bregenz - Theater Kosmos
Beginn 18 Uhr, Ende 19 Uhr 30

 

Tagesordnung:

 

1.    Bericht des Obmanns

2.    Bericht der Kassierin

3.    Bericht der Rechnungsprüfer

4.    Neuwahlen des Vorstands

5.    Allfälliges

 

Ad 1) Bericht des Obmanns:

Nach der Begrüßung und der Bekanntgabe der eingegangenen Absenz-Entschuldigungen gab der Obmann einen kurzen Überblick über die letzte Jahreshauptversammlung am 30.11.2007 im Jüdisches Museum in Hohenems.

Anschließend bat der Obmann die Anwesenden um eine Minute des stillen Gedenkens für die verstorbenen Vereinsmitglieder August Weiß und Robert Sutterlütti. Anschließend würdigte er die beiden Verstorbenen:

 

August Weiß war das einzige Ehrenmitglied der Johann-August-Malin-Gesellschaft, an deren Aktivitäten er seit ihrer Gründung Anteil genommen hat. Leider war es ihm nicht mehr vergönnt, die gesetzliche Rehabilitation der Deserteure aus der Deutschen Wehrmacht durch den österreichischen Nationalrat zu erleben. Sie erfolgte erst im letzten Jahr. In der Todesanzeige der JAMG hieß es über August Weiß: „Er hat aus ethischen Gründen in einer für ihn fremden Wehrmacht seine angebliche ‚Pflicht’ nicht erfüllt. Dafür hat er gelitten. Erst spät hat seine Haltung  Anerkennung gefunden.“

Auch Robert Sutterlütti war dem Verein und seinen Anliegen von Beginn an eng verbunden. Von 1994 bis 1997 war er Schriftführer. Er hat als Historiker die politische Organisation der trentinischen Zuwanderer nach Vorarlberg zu einem Thema der landesgeschichtlichen Forschung gemacht; er hat sich in der Schulpolitik engagiert, und in öffentlichen Debatten hat er immer konsequent und mutig seine Stimme erhoben.

 

Im Anschluss daran erfolgte der Dank des Obmanns für die in der abgelaufenen Periode geleistete Vereinsarbeit. In erster Linie nannte er Regina Pichler als Kassierin, Franz Valandro als Schriftführer und Kurt Greussing für dessen Arbeit an der Homepage.

Auf der neu gestalteten Homepage (www.malingesellschaft.at) sind nun die Bücher und die wichtigsten Aufsätze, die im Laufe von nun mehr fast dreißig Jahren in Arbeitszusammenhängen der JAMG entstanden sind, abrufbar und für die Forschung zugänglich. Für die Kostenbeteiligung bei der Erstellung dieser neuen Homepage bedankte sich der Obmann bei der Wissenschaftsabteilung des Landes Vorarlberg und bei den Spendern aus den Reihen der Mitgliedschaft.

In der Folge gab der Obmann einen kursorischen Überblick über die geleistete Vereinsarbeit und hob die folgenden Aktivitäten hervor:

  • Leserbriefe und Öffentlichkeitsarbeit zu verschiedenen Themen
  • diverse Vorträge des Obmanns sowie von Meinrad Pichler, Harald Walser, Kurt Greussing, Leo Haffner u.a.
  • Bericht über das Ukraine-Zwangsarbeiterprojekt, das der Obmann gemeinsam mit Margarethe Ruff durchgeführt hat.
  • Bei der Anregung der öffentlichen Debatte um das neue Landesmuseum spielten Markus Barnay, Meinrad Pichler und Kurt Greussing eine wichtige Rolle.
  • Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum bei der Ausstellung „Hier. Gedächtnisorte in Vorarlberg 38-45“ . Die JAMG war für Ausstellungs-Katalogbeiträge und Exkursionen verantwortlich.
  • Veranstaltung anlässlich „70 Jahre Ende des Spanischen Bürgerkriegs“  am Spielboden.
  • Der Obmann bedankt sich bei Werner Dreier für dessen Arbeit bei erinnern.at (www.erinnern.at). Die Teilzeit-Mitarbeit des Obmanns bei erinnern.at seit Herbst 2009 verstärkt Synergieeffekte mit der JAMG.  

Ausblick: 2010 soll die Ausstellung „Was damals recht war...Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht“ in Vorarlberg gezeigt werden. Die JAMG hat ihre Bereitschaft zur Mitarbeit bekundet.

 

Ad 2) Bericht der Kassierin Regina Pichler:

Die Mittel für die neue Homepage wurden durch die Spendenfreudigkeit der Mitglieder, eine Förderung von seiten des Landes Vorarlberg (Abt. Wissenschaft) und durch die Auflösung von Rücklagen aufgebracht.

Kurt Greussing führte aus, warum die Überarbeitung der Homepage und die Umstellung auf ein modernes Content Management System notwendig wurden. Er gab einen Einblick in die Schwierigkeiten, die bei der Migration vom alten auf das neue Homepage-System aufgetreten sind. Die Aufwendungen für diese Migration sowie den Scan und die Online-Stellung der Bücher erklären die entstandenen Kosten. Der Obmann bedankte sich für die erhebliche Arbeit, die Kurt Greussing hier geleistet hat.

 

Ad 3) Bericht der Rechnungsprüfer:

Die Kassaprüfung (Zeitraum 2007-2009) erfolgte am 21.1.2010 durch die Rechnungsprüfer Günther Rainer und Karlheinz Albrecht.

Günther Rainer lobte die Kassaführung und stellte den Antrag auf Entlastung der Kassierin und des Vorstands. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

 

Ad 4) Neuwahlen des Vorstands:

Anschließend übernahm Meinrad Pichler den Vorsitz und ließ die Wahl des neuen Vorstands durchführen. Der Wahlvorschlag wurde einstimmig angenommen.

Obmann: Werner Bundschuh

Stellvertreter: Harald Walser

Kassierin: Regina Pichler

Schriftführer: Franz Valandro

 

Ad 5) Allfälliges:

a) Leo Haffner berichtete von den (nicht nur positiven) Erfahrungen mit Subventionsansuchen für seine Publikation „Ein besessener Vorarlberger“ (2009) und von den Reaktionen, die die zahlreichen öffentlichen Lesungen aus diesem Buch bei Geschichtsinteressierten und auch bei Zeugen der geschilderten Ereignisse ausgelöst haben.

b)  In der Schlussdiskussion erfolgte die Anregung, für die Werbung von neuen Mitgliedern - unter anderem bei Veranstaltungen, an denen die JAMG mitwirkt - einen informativen Folder zu gestalten.

 

Ende der JHV: 19.30 Uhr

Für das Protokoll: Werner Bundschuh

 

Anschließend an die Hauptversammlung fand im Theater Kosmos die Diskussion „Antisemitismus im Vorarlberger Wahlkampf – war’s das?“ statt (auf dem Podium: Werner Dreier, Hanno Loewy und als Moderator Kurt Greussing).

Wer die Jahresgabe 2009 noch nicht bezogen hat, kann Leo Haffners Buch „Ein besessener Vorarlberger. Elmar Grabherr und die Ablehnung der Aufklärung“ bei Regina Pichler (regina.pichler@gmail.com) noch anfordern!

Wir bitten die geschätzten Mitglieder/Förderer um die Einzahlung des Jahresbeitrages 2010 in Höhe von € 17.- (für Student/inn/en € 7.50) auf unser Konto (z.H. Regina Pichler, Konto 00063864110, Hypobank Bregenz, BLZ 58000).

 

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