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08.02.2008 / Dissertation zu Zwangsarbeit jetzt zugänglich

ORF Vorarlberg online - Für seine Dissertation hat Jens Gassmann im Auftrag der Illwerke das Thema Zwangsarbeit erforscht. Das Ergebnis ließ er, was unüblich ist, für die Öffentlichkeit sperren. Nach einer Diskussion in "Kultur nach 6" ist die Arbeit nun zugänglich.

 

Sperren von Dissertationen ist selten

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden in Vorarlberg 10.000 Zwangsarbeiter zu Sklavenarbeit gezwungen. Die meisten von ihnen schufteten auf den Großbaustellen der Illwerke. Mit ihrer Geschichte beschäftigte sich der Historiker Jens Christian Gassmann: 2005 wurde seine Dissertation "Zwangsarbeit in Vorarlberg während der NS-Zeit unter besonderer Berücksichtigung der Situation auf den Illwerke-Baustellen" von der Universität Wien approbiert.

Doch anders als andere Forschungsberichte wurde sie für Leser gesperrt und war weder in der Österreichischen Nationalbibliothek noch der Vorarlberger Landesbibliothek oder der Universitätsbibliothek Wien einzusehen. Dieser Fall ist selten.

Ab Montag früh im Vorarlberger Landesarchiv

Der Historiker Jens Christian Gassmann habe diesen Schritt aus eigenen wirtschaftlichen Interessen gesetzt, wie er bei einer Diskussion in der Radiosendung "Kultur nach 6" am Freitagabend erläuterte.

In der Diskussion kritisierten Historiker heftig, dass die Doktorarbeit über Zwangsarbeit auf den Illwerke-Baustellen für die Öffentlichkeit nicht zugänglich war. Autor und Illwerke würden die Täter schützen, so der Vorwurf.

Die Illwerke reagierten blitzartig. Nur Minuten nach Ende der Diskussion ließ der Vorstand verlauten, die Arbeit liege ab Montag früh im Vorarlberger Landesarchiv auf.

 

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