Erika Thurner: Der "Goldene Westen"? Arbeitszuwanderung nach Vorarlberg seit 1945

Studien zur Geschichte und Gesellschaft Vorarlbergs, Band 14. 1997, 184 Seiten, kt., 23 Abb., 20 Grafiken, ISBN 3-900754-21-7, öS 239,- / € 17,37

 

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Vorarlberg ist eine der wichtigsten Zuwanderungsregionen seit mehr als 100 Jahren. Nach 1945 kamen die Neuankömmlinge überwiegend aus den östlichen Bundesländern, zum Beispiel aus Kärnten, aus der Steiermark oder aus dem Burgenland. Vor allem bei den seit den sechziger Jahren aus Ex-Jugoslawien und der Türkei "hereingeholten" GastarbeiterInnen hat Vorarlberg Spitzenwerte zu verzeichnen. Dabei war Vorarlberg in seiner Abgrenzung gegenüber den Zuwanderern besonders schroff. Die Befreiung der Eingewanderten aus dem gesellschaftlichen Abseits funktionierte (fast) ausschließlich über das Nachrücken neuer Zuwanderergruppen. Integration und Akzeptanz erreichte - wenn überhaupt - erst die zweite, zumeist aber erst die dritte Generation.

 

Inhalt

Vorbemerkungen 7
Teil A: Inhaltliche Kurzdarstellung und Vergleich in- und ausländischer Zuwanderergruppen 12
1. Bewußtsein und (Wirtschafts-)Politik 12

1.1. Vorarlberg-Spezifika 12

1.2. Charakterisierung der Untersuchungsregion 16

1.3. Kurzer Abriss der Vorarlberger Wirtschaftsentwicklung im Spannungsfeld gesamtösterreichischer Trends 18

   1.3.1. Exkurs: Geschlechterarrangements in Wirtschaft und Gesellschaft 22
2. Vergleich der Zuwanderergruppen:
Parallelen, Ähnlichkeiten und Unterschiede bei Zuwanderung, Integration(s-Problemen) und "Rechts"-Stellung
25

2.1. Herkunft und Motive 25

2.2. Bildungsniveau 26

2.3. Anwerbungsmodi und Rekrutierungsmuster 26

2.4. Zeitliche Perspektive 30

2.5. Integrationshürde: Sprache 30

2.6. Integrationsfaktor "Heirat/Einheirat" 34

2.7. Diskriminierungsmaßstab: Wohnen 36

2.8. Ausgrenzungs- und Integrationsfelder 39

Freizeit - Kultur - Sport 42

2.9. Aktions- und Integrationsfeld: Arbeitsplatz/Betrieb 43

2.10. Rechtsstellung: StaatsbürgerInnen und AusländerInnen 46
Anmerkungen/Teil A 49
Teil B: Ein "Streifzug" durch drei Dezennien: GastarbeiterInnenbehandlung und -politik 54
1. Wirtschaftsentwicklung, Zuwanderung, Rezession und Ausländerlnnen-Abbau 54

1.1. Die Wachstumsphase bis 1973 54

1.2. Konjunkturschwankungen/Stabilisierungsphase(n) 60

1.3. Politische Krisenintervention, Regelungsmechanismen und Status quo 68
2. Die Wahrnehmung der GastarbeiterInnen und ihre gesellschaftliche Funktion: Zwischen Ausschluss und Integration 78

2.1. Verteilung, Konzentration und demographische Entwicklungstendenzen 78

2.2. Unterschichtung oder: Distanz und Duldung 82

2.3. (Versuchte) Integrationsmaßnahmen und Folgen 86

   2.3.1. Informationskampagne: "KultUrSprünge" 90

Exkurs: Ethnische Separierung, Re-Ethnisierung - oder: Multi-Ethnizität, ein Phänomen der späten 80er Jahre? 94
3. Reaktionen auf Ausgrenzung und Benachteiligung: Vom Familiennachzug zur dauerhaften Einwanderung 103

3.1. Ausgrenzung als "Einstandserlebnis" 103

3.2. Familie als Schutzraum und Zweckgemeinschaft 104

3.3. Gleiches Recht auf Familie? Oder: Aufsplitterung von Moral und Ethik 106

   3.3.1. Exkurs: Vorurteilsproduktion und tatsächliche Kriminalität 108

3.4. Testobjekt: Kind 110
4. Wege (und Ziel?) zur rechtlichen Angleichung: Wechsel der Staatsbürgerschaft 113

4.1. Vorbemerkung 113

4.2. Vom Nachkriegsboom zum Einbürgerungsstopp 113

4.3. Vorarlberger "Spezialitäten" 118

4.4. Die 90er Jahre - eine Trendwende? 126
5. Die Zweite Generation Integrationsfelder und Integrationschancen 132

5.1. Einschätzungen - Vorstellungen 132

5.2. Integration über Sport - konkret: Fußball 133

   5.2.1. Gesellschaftsanalytische Erkenntnisse vom "Fußballfeld" 138

   5.2.2. "Damen"-Fußball 140

5.3. Weitere Freizeit- und Integrationsfelder: Konsum - Mode - Kultur 142

5.4. Gedämpfter Optimismus - Schubkraft der Verhältnisse 146
Resümee 148
Nachgestellt 152
Anmerkungen/Teil B 155
Bibliographie und Quellen 165
Namens- und Ortsregister 174